Barfuß laufen - warum nicht?

Hätte Gott gewollt, dass wir Schuhe tragen,
dann hätte er bereits Adam und Eva welche gegeben.

 Auch die Frage, ob und bei welcher Gelegenheit man Schuhe trägt oder barfuß läuft, wurde und wird zu verschiedenen Zeiten und in verschiedenen Kulturen durchaus unterschiedlich gehandhabt. Während es im sogenannten christlichen Kulturkreis seit Jahrhunderten als unmoralisch bzw. als ein Zeichen der Armut galt und teilweise auch heute noch gilt, wenn man barfuß läuft, kann in der gesamten Bibel keine Stelle gefunden werden, mit der es sich belegen ließe, dass es Gottes Wille sei, dass wir Schuhe tragen. Im Gegenteil, das Zitat von Oscar Wilde "If God wanted us to be nude, we would have been born that way - Hätte Gott gewollt, dass wir nackt sind, dann wären wir nackt geboren." kann nicht nur auf den gesamten Körper, sondern auch auf Teile davon bezogen verstanden werden. Und da muss nun mal festgestellt werden, dass Gott Adam und Eva zwar nach der Vertreibung aus dem Paradies statt der Feigenblätter, die sie sich um die Hüften gebunden hatten, Röcke aus Fellen gab, aber Schuhe werden dort (1. Mose, Kapitel 3) mit keinem Wort erwähnt. Das lässt nur eine Schlussfolgerung zu: Da Gott den Menschen keine Schuhe gegeben hat, verlangt Er auch nicht, dass wir welche tragen.
Des weiteren gibt es einige Stellen im Alten Testament, in denen beschrieben wird, dass es in bestimmten Situationen sogar gefordert wird, barfuß zu sein. Als Beispiel sei hier nur die Durchführung einer Opferung (Tier-Opfer) genannt. Und weder im Alten noch im Neuen Testament gibt es auch nur ein einziges Wort, das dagegen spricht. Im Gegenteil, es gibt verschiedene Stellen ( wie z.B. Lukas 22, 35), aus denen eindeutig erkennbar ist, dass es völlig in Ordnung ist, barfuß zu laufen. Auch ein Gesetz, das es grundsätzlich verbieten würde, barfuß zu laufen, gibt es nicht.

Auch in anderen Religionen wie dem Islam oder dem Hinduismus, um nur zwei zu nennen, ist es grundsätzlich üblich, dass man beim betreten einer Moschee oder eines Tempels die Schuhe auszieht. Und auch beim Aufenthalt in der eigenen Wohnung werden die Schuhe grundsätzlich ausgezogen.
Auch andere Völker, wie z.B. die Maori, die Ureinwohner Neuseelands, pflegen einen sehr viel natürlicheren Umgang damit, wann man barfuß läuft, und wann nicht. Das Bild aus dem Film Whale Rider (NZL/D 2002) zeigt beispielhaft eine Schulhofszene. Die Handlung des Films ist zwar erfunden, im Hinblick auf die Kleidung der dargestellten Personen ist der Film aber absolut realistisch. Alle in dem Bild gezeigten Jungen sind Maori, und nur der Junge im Vordergrund trägt Schuhe. Der Umstand, dass die Jungen (übrigens genauso wie die Mädchen) häufig barfuß zur Schule gehen, entspricht dabei durchaus den Traditionen der Maori und steht mit Armut in keinerlei Zusammenhang. Genauso tragen viele Maori-Kinder oder Jugendliche, aber auch Erwachsene, während ihrer Freizeit nur dann Schuhe, wenn das Wetter das erfordert (im Winter vor allem). Manche tragen aber auch im Sommer Schuhe, was in dem Fall eine Anpassung an die ursprünglich aus Europa stammende Mehrheit der Bevölkerung Neuseelands darstellen könnte. Andererseits sind aber auch manche Kinder oder Jugendliche, deren Vorfahren aus Europa stammen, häufig barfuß, was wiederum als eine Anpassung an die Kultur der Maori gesehen werden kann. Ob es eine solche Anpassung ist, mag dahin gestellt bleiben, sicher ist aber, dass der barfüßige Aufenthalt in der Öffentlichkeit moralisch nicht oder wenigstens nicht negativ bewertet wird.
Die Toleranz gegenüber dem barfüßigen Aufenthalt in der Öffentlichkeit ist in vielen Fällen sogar schriftlich festgehalten. So gibt es viele Grundschulen in Neuseeland, vor allem auf der Nordinsel, die es in ihrer Schulordnung den Schülern selbst überlassen, ob sie zu ihrer Schuluniform die vorgeschriebenen Schuhe und Strümpfe tragen oder barfuß laufen. In manchen Grundschulen gehört es sogar zur Schuluniform, dass man barfuß läuft.
Ähnliches kann z.B. über Australien oder Südafrika gesagt werden, wo bis vor wenigen Jahrzehnten viele Ureinwohner in der Regel fast oder vollständig nackt waren, was gemäß ihrer Kultur ein durchaus normaler Bekleidungszustand war, weshalb keinerlei Anlass bestand, sich seiner Nacktheit zu schämen.
Das änderte sich erst, als z.B. die Aboriginees (also die Ureinwohner Australiens) oder die Zulu oder San (Süd- und Südwestafrika) mit Menschen europäischer Herkunft (und christlicher Religion) in Kontakt kamen und sich dadurch gezwungen sahen, sich nach deren Regeln zu bekleiden, was einen wenigstens teilweisen Verlust ihrer Kultur darstellte.
 
Das Verlangen, immer und überall Schuhe zu tragen, kann also nur kulturell begründet werden, nicht aber mit einer natürlichen Notwendigkeit. Im Gegenteil, es ist eher als natürlich notwendig zu bezeichnen, so oft und lange barfuß zu laufen, wie das möglich ist, denn der Körperbau des heutigen Menschen entspricht noch genau dem Körperbau der Menschen, die in der Steinzeit lebten, also vor mindestens 9000 Jahren. Und damals waren die Menschen immer barfuß, außer im Winter. Dann bedeckten sie aber ihre Füße auch nur mit Fellen oder Tierhäuten, um sich vor Erfrierungen zu schützen. Schuhe mit harten Sohlen oder mit Absätzen waren damals noch lange nicht erfunden.
Es gibt auch heute noch einige Völker z.B. in Afrika oder Neu-Guinea, die noch genauso leben wie in der Steinzeit, und deshalb z.B. niemals Schuhe tragen. Bei diesen Völkern kann beobachtet werden, dass Plattfüße, Gelenkverschleiß in Füßen, Knien und Hüfte oder Bandscheiben-Vorfälle völlig unbekannt sind oder nur extrem selten auftreten. Warum ist das so? Vor allem, weil sie sich ihrem Körperbau entsprechend verhalten, indem sie barfuß laufen. Nach meinem Verständnis ist das ein unwiderlegbarer Beweis dafür, dass es nur gut für die Gesundheit sein kann, wenn man jede Gelegenheit nutzt, um barfuß zu laufen.

 

Barfuss zur Schule? In Oberbayern
kein Problem! (Foto gefunden im Forum Hobby? Barfuß!)

Auch in Deutschland war es zu allen Zeiten, bis etwa in die 1950er Jahre, mehr oder weniger üblich, dass vor allem Kinder im Sommer barfuß liefen, auch wenn es finanziell kein Problem gewesen wäre, Schuhe zu tragen. Sicher, nach dem 2. Weltkrieg gab es viele Kinder, die keine Wahl hatten, weil ihre Eltern nicht genug Geld hatten, um ihnen Schuhe zu kaufen, oder weil es nur selten Schuhe zu kaufen gab. Aber es gab auch viele Kinder, die barfuß liefen, obwohl sie Schuhe hatten. Das änderte sich erst in den 1960er Jahren, zur Zeit des Wirtschaftswunders, als es sehr beliebt war, den neu gewonnenen Wohlstand offen zur Schau zu stellen, auch dadurch, dass man eben nicht mehr darauf verzichtete, Schuhe zu tragen, wann und wo auch immer man das wollte. Und das war genau die Zeit, in der das Vorurteil sich ausbreitete wie eine Seuche, es sei ein Zeichen von Armut, barfuß zu laufen.
Der Kirche kam das gerade recht. Sie stellte es als unkeusches und damit sündiges Verhalten dar, dort barfuß zu laufen, wo es nicht unbedingt erforderlich war. Und damit missbrauchte sie ihre Macht, was sie auch heute noch tut, denn an Hand der Bibel lässt sich diese Forderung nicht begründen. Viel mehr noch: Die Kirche fördert dadurch sündiges Verhalten, indem jeder, der sich danach richtet, was die Kirche sagt, und ständig Schuhe trägt, der Versuchung ausgesetzt ist, sich der Sünde der Überheblichkeit oder Angeberei schuldig zu machen ("Was ist denn das für einer? Der läuft ja barfuß. Das habe ich gar nicht nötig." oder "Sieh dir den an! Meine Schuhe sind viel schöner als seine.").
Eine Ablehnung dessen, dass man barfuß läuft, als sündiges Verhalten kann durch die Bibel, insbesondere durch das Neue Testament, jedoch nicht belegt werden, was bedeutet, dass die christliche Kirche ihre Macht missbraucht, denn sie verlangt ein Verhalten, das sie mit den Lehren der Bibel nicht begründen kann.
Auch das Vorurteil, es sei ein Zeichen von Armut, wenn man barfuß läuft, entbehrt jeglicher Grundlage. Es stimmt zwar, dass vor allem im Sommer manche Menschen häufig barfuß laufen, weil sie nicht genug Geld haben, um sich immer wieder neue Schuhe zu kaufen. Aber auch in eher wohlhabenden Familien, in denen kein Verlangen danach verspürt wird, jeglichen Anschein der Armut von sich zu weisen, kommt es häufig vor, dass nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene im Haus und vor allem im Sommer auch auf dem Grundstück barfuß sind. Außerdem gibt es über ganz Deutschland verteilt, und nicht nur dort, viele sogenannte "Barfuß-Pfade", die sich einer ständig hohen Beliebtheit erfreuen. Und warum? Weil durchaus ein erheblicher Bedarf besteht, die Natur, also auch den Boden, auf dem man sich bewegt, mit allen Sinnen zu genießen. Abseits von Barfuß-Pfaden wird aber nur selten darauf verzichtet, Schuhe zu tragen, obwohl das sehr viel häufiger möglich und auch nach meiner Kenntnis moralisch völlig unbedenklich wäre.
Mehr noch, es ist absolut natürlich und fördert die Gesundheit, bei geeignetem Wetter barfuß zu laufen. Pfarrer Sebastian Kneipp (*17.05.1821, V17.06.1897) war nicht der erste, wohl aber der bekannteste, der das erkannt und in die Tat umgesetzt hat. Auch nach ihm gab es in den letzten 100 bis 150 Jahren immer wieder Menschen, die einen natürlichen Lebenswandel führten, indem sie u.a. häufig oder ständig darauf verzichteten, Schuhe zu tragen. Diese Menschen wie z.B. Gustaf Nagel (*28.3.1874, V15.2.1952) wurden jedoch ausnahmslos von der Gesellschaft ausgegrenzt, während die Zahl ihrer Anhänger sich in sehr engen Grenzen hielt.
Gründe dafür, solche Menschen sozial ins Abseits zu stellen und z.B. als Sonderling zu bezeichnen, gibt es auf den ersten Blick mehr als genug. Wer sich aber die Mühe macht, mal genauer hin zu sehen, wird erkennen, dass diese angeblichen Gründe darin zusammengefasst werden können, dass "man so etwas nicht macht", ohne dass man sich aber fragt, ob diese angebliche moralische Regel wirklich allgemein gültig oder nur die eigene, möglicherweise falsche Meinung ist. Meiner Überzeugung nach ist das keine moralische Regel, sondern nur eine persönliche Meinung, die ich für falsch halte. Denn seinen Körper gesund zu erhalten (indem man z.B. barfuß läuft), ist wichtiger als das Bestreben, allen Anderen zu gefallen (indem man z.B. Schuhe trägt), was sowieso unmöglich ist. Doch selbst wenn man es schafft, allen Anderen zu gefallen, weil man z.B. ständig Schuhe trägt, ist dieses Verhalten moralisch inakzeptabel, jedenfalls nach meiner Überzeugung, weil man dadurch seiner Gesundheit schadet.
 
Die einzig akzeptable Begründung, warum in Deutschland so wenige Menschen im Sommer barfuß laufen, wie ich auf dem Foto links, kann also nur darin gesehen werden, dass es, wenn die Sonne den ganzen Tag lang scheint, zu Verbrennungen an den Fußsohlen führen würde. Denn weil die Straßen in aller Regel asphaltiert sind und der Asphalt sich bei Sonnenschein sehr stark aufheizt, hat er im Sommer sehr oft eine Temperatur, die für die Haut von Menschen, die nicht gewohnt sind, barfuß zu laufen, zu hoch ist, um sie unbeschadet zu überstehen. Für mich ist bei einem solchen Wetter der Asphalt jedoch in aller Regel gut auszuhalten. Manchmal ist er zwar heiß, aber nur ganz selten zu heiß, sodass ich mich nur an einzelnen, besonders heißen Tagen gezwungen sehe, Sandalen zu tragen, obwohl ich im Sommer oft wochen- oder monatelang ohne Unterbrechung barfuß bin.
Wenn man es aber gewohnt ist, barfuß zu laufen, wenn die Sonne nicht den ganzen Tag lang scheint, und dort, wo die Straßen nicht asphaltiert sind, gibt es jedoch keinen nachvollziehbaren Grund, der dagegen spricht, barfuß zu laufen. Und trotzdem habe ich es in meiner Kindheit und Jugend erlebt, dass es mir verboten wurde (und es geschieht sicher auch heute noch allzu oft, dass es Kindern verboten wird) dort barfuß zu laufen, wo es möglich war, weil ich mich ja an meinen Füßen hätte verletzen können. Dieses Argument übervorsichtiger Eltern hatte ich damals auch nicht mit dem Gegenargument entkräften können, dass andere, auch jüngere Kinder trotzdem barfuß laufen und sich dabei nicht verletzen. Meine Eltern verlangten einfach, dass ich Schuhe trug, ohne eine akzeptable Begründung zu nennen.
Was tat ich also? Wenn ich z.B. durch den Wald ins Schwimmbad ging, zog ich, kaum dass meine Eltern mich nicht mehr sehen konnten, meine Sandalen und Strümpfe aus, was ich ja eigentlich schon zu Hause tun wollte. Ich hatte dabei zwar ganz klar ein Gefühl der Scham, weil ich mich Anordnungen meiner Eltern heimlich widersetzt hatte, aber das hielt nur wenige Minuten an, während das angenehme Gefühl, den Waldweg unter meinen nackten Füßen zu spüren, sich sofort zeigte. Die Gefahr, mich an den Füßen zu verletzen, sah ich damals nicht, und es kam auch nie zu irgendwelchen Verletzungen.
Es sprach also nichts dagegen, dass ich barfuß lief, was ja ein natürliches und altersgemäßes Verhalten war, und mich so den unbegründeten und damit willkürlichen Anordnungen meiner Eltern widersetzte.
Damit handelte ich bereits damals genau so, wie es das Bundesministerium für Gesundheit inzwischen (seit dem Jahr 2000) empfiehlt. Ich lief dort barfuß, wo es möglich und im Hinblick auf mögliche Verletzungen der Füße ungefährlich war.
Außerdem sollte beachtet werden, dass die Hornhaut und vor allem die Lederhaut an den Fußsohlen umso stärker wird, je häufiger man barfuß läuft. Dem entsprechend verringert sich also auch das Verletzungsrisiko. Deshalb kann ich allen, die das bisher noch nicht getan haben, nur dazu raten, damit anzufangen. Dabei sollte jemand, der es bisher nicht gewohnt ist, barfuß zu laufen, nur in der eigenen Wohnung damit anfangen. Als nächstes kann man dann ja im Frühjahr oder Sommer auf dem eigenen Grundstück oder bei einem ausgedehnten Spaziergang am Strand, auf einer Wiese oder in ähnlich geeignetem Gelände barfuß laufen und sich dadurch langsam, aber sicher immer stärkere Fußsohlen antrainieren. Bei konsequentem Training würde es mich nicht wundern, wenn man innerhalb eines Jahres in der Lage wäre, immer und überall barfuß zu laufen, außer vielleicht im Winter, ohne dass man das noch als unangenehm empfindet. So bin ich z.B. zu Hause immer barfuß, und zwar nicht nur in der Wohnung. Auch ein Gang zum Briefkasten oder zur Mülltonne ist barfuß für mich kein Problem. Und das gilt sogar im Winter, bei bis zu -10° C, wenigstens wenn kein Schnee liegt. Der Kältereiz, den ich bei einem solchen kurzen Aufenthalt im Freien spüre, ist dabei noch nicht einmal unangenehm. Außerdem hätte Pfarrer Kneipp wahrscheinlich seine Freude daran, mich so zu sehen, denn für die Abhärtung und damit zur Stärkung des Kreislaufs und zur Vorbeugung gegen Erkältungen ist das, so lange man es nicht übertreibt, ein sehr geeignetes und vor allem völlig kostenloses Mittel.
Man wird auch feststellen, dass die Fußsohlen, auch wenn sie im Laufe der Zeit immer widerstandsfähiger werden, trotzdem genauso gefühlvoll bleiben. Man wird also weiterhin auch den kleinsten Stein oder Ast, auf den man tritt, genau spüren können, ohne dass einem das Schmerzen bereitet. Im Gegenteil, man wird es mehr und mehr genießen, den Boden, auf dem man läuft, genau und unverfälscht zu spüren. Auch jemanden, der am Anfang genau darauf achtet, wohin er tritt, kann ich beruhigen. Das ist nämlich wie mit dem Fahrrad fahren. Da hat man am Anfang auch Angst, das Gleichgewicht zu verlieren, und fährt deshalb noch sehr unsicher. Wenn man sich aber dann daran gewöhnt hat, achtet man nicht mehr auf sein Gleichgewicht, aber man hält es trotzdem, und zwar unbewusst. Genauso wird man beim barfuß laufen schon nach wenigen Wochen genauso selbstverständlich einen Fuß vor den anderen setzen, ohne bewusst darauf zu achten, wohin man tritt, wie man das mit Schuhen schon immer getan hat.
 
Es gibt auch noch weitere Vorteile dessen, barfuß zu laufen. Jeder weiß doch, wenn er von der Schule oder von der Arbeit nach Hause kommt, welch ein angenehmes Gefühl es ist, die Schuhe auszuziehen und den Füßen dadurch, dass man barfuß ist, etwas Erholung zu gönnen. Dadurch kann sich die Fußmuskulatur, die den ganzen Tag lang in den Schuhen eingezwängt war, endlich entspannen, und der Fuß nimmt wieder seine natürliche Form an.
Jeder Sportler weiß auch, dass eine Stärkung der Muskulatur nur durch beständiges und konsequentes Training erreicht werden kann. Was wir aber mit unseren Füßen Tag für Tag tun, ist genau das Gegenteil von Training. Wir sperren sie ein in teilweise unbequeme, teilweise sogar gesundheitsschädliche Schuhe (letzteres gilt vor allem für hochhackige Damenschuhe) und wundern uns dann, wenn dieses Verhalten zu Haltungsschäden und Schäden an den Fuß-, Knie- und Hüftgelenken und an der Wirbelsäule führt. Ich wundere mich dabei aber viel mehr darüber, dass es nicht schon längst verboten wurde, solche Fußquäler, die als Schuhe bezeichnet werden, überhaupt herzustellen oder zu importieren. Denn die Kosten der Behandlung gesundheitlicher Schäden, die durch zu häufiges tragen solcher Schuhe entstehen, sind unverantwortlich hoch. Außerdem gibt es mit Sicherheit mehr als genügend Schuhe mit flachen Sohlen, in denen eine Frau auf viel natürlichere Weise wirklich attraktiv aussieht.
Barfuß zu laufen oder wenigstens bequeme Schuhe mit flachen Sohlen zu tragen, ist die einzige Möglichkeit, um solchen Schäden durch Schuhe mit hohen Absätzen vorzubeugen oder entgegenzuwirken. Warum macht das aber niemand? Dafür gibt es verschiedene Gründe, von denen kein einziger nachvollziehbar ist.
 
Aus meiner Sicht spricht also kein Grund dagegen, aber es sprechen einige Gründe dafür, so oft man das mag, wenigstens in seiner Freizeit überall dort barfuß zu laufen, wo es nicht auf Grund von Verletzungsgefahren oder Bekleidungsvorschriften erforderlich ist, Schuhe zu tragen.