Kinder bis 5 Jahre Kinder 6 - 11 Jahre Jugendliche (12 - 19 Jahre) Erwachsene
zu Hause beim Camping / baden Rad fahren / wandern usw. Die lieben Nachbarn

Die lieben Nachbarn

Die sind natürlich auch ein Kapitel für sich. Es gibt leider noch viel zu oft Nachbarn, die sich für alles zuständig fühlen, was sie irgendwie zu sehen bekommen, egal ob sie in die Privatsphäre anderer eindringen oder nicht. Deshalb kann man leider nicht sagen, dass man sich unabhängig davon, welche Nachbarn man hat, in der eigenen Wohnung und auf dem eigenen Balkon oder Grundstück nackt aufhalten kann, wann, wo und so oft man will.
In der eigenen Wohnung ist das in aller Regel kein Problem, so lange die Wohnung nicht durch Nachbarn mühelos einsehbar ist. Man kann tun und lassen, was man will, ohne sich deshalb schämen zu müssen. Wenn Nachbarn aber in die Wohnung hineinsehen können, ohne sich dafür anstrengen zu müssen, dann ist es sicher eine gute Idee, zuerst ein offenes Gespräch mit diesen Nachbarn zu suchen. In diesem Gespräch sollte man dann darauf hinweisen, dass man nur deshalb in der Wohnung nackt ist, weil man es dort nicht für nötig hält, Kleidung zu tragen, und dass das mit sexuellen oder gar perversen Gedanken in keinerlei Zusammenhang steht. Auch ein Hinweis darauf, dass es eine Verletzung der Privatsphäre bedeutet, Nachbarn in ihrer Wohnung zu beobachten, wäre sicher angebracht.
Wenn das nicht zu dem gewünschten Erfolg führt, dann kann man immer noch durch Gardinen oder ähnliches dafür sorgen, dass kein Nachbar mehr so unverschämt sein kann, einem in die Wohnung zu blicken.
 
Was den Balkon betrifft, da ist es schon etwas schwieriger. Der Balkon gehört zwar zur Wohnung, ist aber in vielen Fällen von außen teilweise oder vollständig einsehbar.
Ich habe das Glück, einen Balkon zu haben, der von niemandem einsehbar ist, der sich außerhalb meiner Wohnung befindet (siehe Foto links). Deshalb muss ich dort genau wie innerhalb meiner Wohnung in diesem Zusammenhang auf nichts und niemanden Rücksicht nehmen.
Viele Menschen wohnen aber in Wohnblocks oder Hochhäusern, bei denen der Balkon auch von schräg darüber gelegenen Balkonen aus problemlos einsehbar ist. Für solche Menschen ist es sehr zu empfehlen, dass sie ein offenes und klärendes Gespräch mit allen in Frage kommenden Nachbarn suchen, um ihren Lebenswandel grob zu erläutern und um Toleranz zu bitten, wie sie auch selbst ihre Nachbarn tolerieren, egal welchen Lebenswandel diese Nachbarn führen. In den meisten Fällen führt ein solches Gespräch zu dem gewünschten Erfolg.
Wenn aber auch nur einer dieser Nachbarn z.B. ein streng gläubiger Moslem oder Jude ist und deshalb es nicht hinnehmen kann, jemanden nackt zu sehen, dann bleibt nur noch die Wahl, entweder einen Sichtschutz anzubringen, damit dieser Nachbar sich nicht belästigt fühlt (obwohl eine Belästigung definitiv nicht beabsichtigt ist), oder, wenn das nicht möglich ist, ganz darauf zu verzichten, sich auf dem Balkon nackt aufzuhalten.
 
Beim nackten Aufenthalt auf dem eigenen Grundstück sieht es fast genauso aus, nur dass dort noch die Frage dazu kommt, ob und in welchem Umfang das Grundstück von der Straße (also durch die Öffentlichkeit) einsehbar ist. Bereiche des Grundstücks, die von der Straße aus oder von vielen Nachbargrundstücken aus einsehbar sind, sollte man, wenn man nackt ist, unbedingt meiden, um keine Anzeige wegen Belästigung der Allgemeinheit zu riskieren (siehe Rechtliches). Bei anderen Bereichen des Grundstücks, die nur von wenigen Nachbarn einsehbar sind, kommt es allein darauf an, wie gut man sich mit diesen Nachbarn versteht. Wenn man das Glück hat, einen offenen und vertrauensvollen Umgang mit der Nachbarschaft pflegen zu können, dann besteht auch hier kein Problem. Man hat keinen Grund, sich zu schämen, wenn die Nachbarn einen nackt sehen, denn sie wissen, dass man keine unanständigen Gedanken oder Absichten dabei hat, sich nicht zu bekleiden. Wenn es aber Nachbarn gibt, die nicht so tolerant und unverkrampft sind, wie auf dem Foto rechts, dann hat man leider oft keine andere Wahl als das eigene Grundstück nur bekleidet zu betreten.
 
Am besten ist es natürlich, wenn das Grundstück nicht von Nachbarn eingesehen werden kann, oder nur von solchen Nachbarn, die dem nackten Aufenthalt auf dem eigenen Grundstück aufgeschlossen gegenüber stehen. Wenn man dann auch noch einen Pool hat, in dem die eigenen Kinder gerne schwimmen oder plantschen, dann ist es ganz natürlich, dass sie auch Nachbarskinder oder Freunde dazu einladen, mit ihnen im Pool zu plantschen. Denn gemeinsam mit Freunden macht das ja noch viel mehr Spaß als allein. Dann ist es auch ganz normal, dass die eigenen Kinder ihre Freunde fragen, ob die nicht auch nackt baden oder plantschen wollen, genau wie sie selbst das ja auch tun.
Wenn man daraufhin mit den Eltern der Nachbarskinder oder Freunde darüber spricht, dann kommt es sehr darauf an, wie man damit umgeht. Die beste Methode ist es, offen zu sagen, dass man als Naturist Nacktheit bei irgendwelchen Freizeitaktivitäten keinesfalls mit Sex oder irgendwelchen perversen Gedanken in Zusammenhang bringt und dass die Nacktheit beim baden oder beim Aufenthalt in der Wohnung oder auf dem Grundstück umfassend damit beschrieben ist, dass man es für zweckmäßig hält, nicht bekleidet zu sein. Dabei sollte man auch nicht vergessen zu erwähnen, dass jedem die Freiheit gelassen wird selbst und unbeeinflusst durch Andere zu entscheiden, ob er sich bekleidet oder nicht. Auch eine Einladung, sich selbst davon zu überzeugen, wie unbefangen die Kinder mit ihrer eigenen Nacktheit und der anderer Kinder und Erwachsenen umgehen, ist sicher hilfreich, um diese Leute davon zu überzeugen, dass man nichts zu verbergen hat. Schließlich sollte man, wenn Nachbarn oder Freunde es erlauben, dass deren Kinder sich mit den eigenen Kindern zusammen nackt auf dem Grundstück aufhalten, sich diese Erlaubnis schriftlich geben lassen, damit man es, falls man doch von jemandem angezeigt wird, leicht beweisen kann, dass alles in Ordnung ist.
In aller Regel führt das dazu, dass die Nachbarn oder die Eltern der Freunde nichts dagegen haben, wenn ihre Kinder nackt baden oder auf dem Grundstück herum laufen, ohne sich dabei zu schämen, wozu sie auch überhaupt keinen Grund hätten.