Kinder bis 5 Jahre Kinder 6 - 11 Jahre Jugendliche (12 - 19 Jahre) Erwachsene
zu Hause beim Camping / baden Rad fahren / wandern usw. Die lieben Nachbarn

Jugendliche (12 bis 19 Jahre)
Eine besonders schwierige Altersgruppe

Hier muss man dem Alter nach zwei Gruppen unterscheiden: pubertierende Jugendliche (12 bis 15 Jahre) und Jugendliche am Ende der Pubertät (16 bis 19 Jahre).
 
Keine Altersgruppe ist für Eltern oder Erzieher so schwierig im Umgang wie die der pubertierenden Jugendlichen, denn bei ihnen spielt sich gerade die größte hormonelle und deshalb auch emotionale Umstellung ab, die es im Leben eines Menschen gibt. Diese Jugendlichen sind keine Kinder mehr, aber gleichzeitig noch lange keine Erwachsenen. Selbst wenn sie sich manchmal wie Erwachsene fühlen, sie sind es noch nicht.
Die Betonung liegt dabei auf noch nicht. Auch wenn sie in vielerlei Hinsicht noch kindliche Verhaltensmuster zeigen, sind sie doch keine Kinder mehr und werden deshalb, wenn man mit ihnen umgeht wie mit Kindern, ungerecht behandelt. Genauso ungerecht ist es, sie bereits wie Erwachsene zu behandeln, denn damit überfordert man sie.
 
Insbesondere gilt das im Hinblick auf die Sexualität dieser Jugendlichen. Wenn sie ihre erste Ejakulation bzw. Menstruation erleben, dann ist sehr viel Vertrauen und Sensibilität gefragt. Denn das ist ein ganz besonderes Erlebnis am Ende der Kindheit eines Menschen.
Während Jugendliche, die in einem naturistischen Elternhaus aufwachsen, sehr oft das in dieser Situation erforderliche Vertrauen zu ihren Eltern haben und deshalb mit ihnen darüber sprechen, ist das bei Jugendlichen, die in einem nicht naturistischen Elternhaus aufwachsen, sehr häufig nicht der Fall. Jugendliche aus einem eher prüden Elternhaus greifen dann, um ihre neu entdeckte Sexualität zu erproben, zu Zeitschriften wie Playboy, Penthouse u. a., besuchen rein sexuell orientierte Seiten im Internet, oder sie haben mit Altersgenossen des anderen Geschlechts sexuellen Kontakt, kaum dass sie sich ineinander verliebt haben, was nicht selten zu Schwangerschaften führt.
Ganz im Gegensatz dazu verspüren Jugendliche aus einem naturistischen Elternhaus kein solches Verlangen. Für sie ist es natürlich, die Freude über die erste Ejakulation oder Menstruation mit den Eltern zu teilen, und sie werden frei und offen mit ihnen darüber reden. Sie werden auch nicht die erste sich bietende Gelegenheit zum Geschlechtsverkehr ergreifen, sondern damit warten, bis sie erwachsen sind und ihre finanzielle Existenz so weit gesichert ist, dass sie in der Lage sind, eine Familie nicht nur zu gründen, sondern auch zu versorgen.
 
Es kommt auch häufig vor, dass Jugendliche in diesem Alter in jeder nur denkbaren Situation eine Erektion haben, obwohl sie überhaupt nicht an Sex denken. Die Ursache dafür liegt in der hormonellen Umstellung, die sich in diesem Alter abspielt. Sie führt dazu, dass z.B. selbst ein leiser Windhauch, den ein Jugendlicher beim baden auf seiner unbekleideten Haut spürt, als stark sexuell erregend empfunden wird, obwohl tatsächlich nichts stattfindet, was man irgendwie sexuell werten könnte. Das ist deshalb so, weil ein Jugendlicher in diesem Alter zwar die gesamte Bandbreite von Gefühlen, einschließlich sexueller Gefühle, bereits zur Verfügung hat, den Umgang damit aber erst noch lernen muss.
Dadurch kommt es oft zu Situationen, die vor allem Jungen in diesem Alter höchst peinlich sein können, weshalb sie auch scheinbar plötzlich, selbst wenn sie das vorher immer getan haben, nicht mehr nackt baden oder sich ihrer Familie nackt zeigen möchten. Genauso werden sie am Ende des Sportunterrichts oder bei einem Besuch im Schwimmbad mit Freunden scheinbar plötzlich nicht mehr nackt duschen wollen, obwohl sie das vorher immer getan haben.
Sie haben dabei nicht plötzlich etwas dagegen, nackt zu sein, sie möchten nur Situationen vermeiden, in denen sie sich schämen würden.
So kenne ich z.B. Jugendliche, 15 oder 16 Jahre alt, die zwar nichts dagegen hätten, während sie sich im Sommer an einem Badesee in der Nähe aufhalten, Menschen zu sehen, die nackt baden, das aber sicher nicht selbst tun würden. Warum nicht? Weil sie allein schon bei dem Gedanken daran, sich nackt in der Öffentlichkeit aufzuhalten, eine Erektion bekämen. Und sie würden sich schämen, wenn man sie in diesem Zustand sehen würde.
Am Ende der Pubertät, wenn sie ihre Gefühle wieder besser unter Kontrolle haben, werden sie in aller Regel wieder genauso häufig nackt sein, ohne sich zu schämen, wie sie das als Kinder schon waren.
 
Für Eltern von Jugendlichen ist diese Zeit auch alles andere als einfach, denn auf Grund der emotionalen Achterbahn, auf der Jugendliche unterwegs sind, ist ihre Reaktion auf alles, was ihre Eltern ihnen sagen oder mit ihnen tun, nicht vorhersehbar und kann auf heftigste Ablehnung stoßen, während es wenige Minuten vorher oder nachher problemlos akzeptiert wird.
So kann es z.B. vorkommen, dass ein Jugendlicher (oder eine Jugendliche) von einem Tag auf den anderen morgens das Badezimmer abschließt, obwohl er oder sie das vorher nie getan hat. Wenn das geschieht, dann wissen Eltern, die einen naturistischen Lebensstil pflegen, dass sie kein Kind mehr erziehen, sondern eine(n) Jugendliche(n), und dass sie damit besonders sensibel umgehen müssen, um die Gefühle ihres Sohnes oder ihrer Tochter nicht unbeabsichtigt zu verletzen.

Ältere Jugendliche sind im Unterschied dazu schon so nahe daran, erwachsen zu sein, dass sie nur noch ganz selten, wenn überhaupt, in kindliche oder typisch jugendliche Verhaltensweisen zurückfallen. Wenn, dann tun sie das in extremen Situationen, mit denen sie noch nicht gelernt haben wie ein Erwachsener umzugehen. In einem solchen Fall ist von den Eltern ein hohes Maß an Verständnis und Sensibilität gefordert, ohne das sie ihre Kinder in jugendlichem Alter sehr schnell emotional schwer verletzen können, selbstverständlich ohne das zu beabsichtigen.
 
Sobald Jugendliche es aber gelernt haben, mit ihren Emotionen umzugehen, kommt es sehr häufig vor, dass sie, wenn sie in einem naturistischen Elternhaus aufwachsen, die eigene Nacktheit und die ihrer Familie wieder problemlos und ohne falsche Scham akzeptieren.